DVM U20w 2011 Abschlussbericht

Dieses Bild entstand kurz nach der Siegerehrung der Deutschen Vereinsmeisterschaft U20w in Osnabrück.

Team_klein

Die Vorgeschichte und vor allem warum man hier so viele gut gelaunte junge Damen sehen kann, wird in diesem Blogeintrag erzählt.

Runde 1 SK Nordhorn-Blanke 1,5 – 2,5

Die Runde begann eigentlich bereits am Abend vor dem Spiel. Da Hannah ihr Zimmer mit Esther aus Nordhorn teilte und ich meines mit Fabian, dem Trainer der Nordhornerinnen, musste die Vorbereitung natürlich besonders geheim abgehalten werden. Zumindest bei Ann-Christin landeten wir mit der Vorbereitung auch einen Volltreffer. Sie spielte eine scharfe Variante gegen das Französisch von Steffi Düssler und hätte in der folgenden Stellung wohl bereits entscheidenden Vorteil erhalten können.

Thole-Duessler

Nach 23.Sc4! De6 24. Sxb6! Tb8 25. a5 wäre die Partie sicher ganz anders gelaufen. Es geschah 23. Sb3 und die Partie verlief lange Zeit weiter ausgeglichen, bevor sich am Ende die größere Erfahrung von Steffi durchsetzte.
Auch Fenja verzichtete in der folgenden Stellung auf den naheliegenden Zug 13. .. Sxd3 mit der Folge 14. Dxd3 Se5 und schwarzem Vorteil und suchte für ihren Springer stattdessen ein Plätzchen auf der g-Linie aus. Wenig später 1-0.

Baisakow-Edel

Lisa konnte zum Glück ziemlich unspektakulär gewinnen, während Hannahs Gegnerin in der folgenden Stellung unverständlicherweise ein Matt in 22 übersah.

ter_Stal-Moeller

Übrigens gewinnen in dieser Stellung lediglich Te6, Te7, Te8 und Kd3. Esther zog Te1 und Hannah fand den korrekten Weg zum Remis (64. .. f4 65. Ke4 Kg3!! (einziger Zug zum remis!) 66. Th1 f3...).
Während der Runde war auch Katrin in Osnabrück angekommen, so dass die Mannschaft jetzt komplett war. Die vier großen Mädels bekamen dann auch gleich die Gelegenheit, die Niederlage geeignet zu verarbeiten. Shoppen in Osnabrück war angesagt, da uns der Schweizer System Gott „spielfrei“ als Gegner zugestand.
Nach diesem „Erfolg“ fanden wir uns am Abend auf einem Platz im Mittelfeld wieder und erhielten den TTC GW Fritzdorf als Gegner zugelost.

Runde 3 TTC GW Fritzdorf 3-1

Fenja konnte (natürlich auch Dank genialer Vorbereitung ;-)) ihre Gegnerin bereits in Eröffnung komplett überspielen. In folgender Stellung kündigt der Computer ein Matt in 7 Zügen beginnend mit dem Zug Dh7+ an.

Edel-Sturm

Fenja zog auch Dh7+ und tatsächlich war die Gegnerin 6 Züge später matt, wenn auch die Züge etwas anders waren, als der Computer sie gezogen hätte
Lisas Gegnerin zog in folgender Stellung Lxa2.

Schlichter-Jentsch

Nach dem logischen 17. b3 war die Lebenszeit dieses Läufers aber extrem verkürzt worden. Danach konnte Lisa die Partie souverän nach Hause schaukeln. Ja, und bei Ann-Christin und Katrin entstanden jeweils vorteilhafte Bauernendspiele, in beiden Fällen reichte es leider nicht ganz zum Sieg (Das Thema Bauernendspiel könnte also als Thema für ein Vorbereitungstraining herhalten!), nichts desto trotz war der glatte 3-1 Sieg in keiner Phase gefährdet.
4-2 Punkte bedeuteten nun aber auch, dass die Gegner deutlich stärker werden.

Runde 4 TTC Chemnitzer SC Aufbau 1,5-2,5

Der nächste war der Chemnitzer SC Aufbau, verstärkt an Brett 1 durch die 5. der letzten DEM U16w. Diese wurde von Ann-Christin in der Eröffnung förmlich auseinander genommen, aber leider verpasste Ann-Christin ein paar Mal den Sack zuzumachen, so dass am Ende eine sehr unglückliche 0 stand.
Katrin stand von Beginn an gut und erreichte in folgender Stellung entscheidenden Vorteil.

Dannert-Ferrenberg

Nach 20. c4 fällt die schwarze Stellung zusammen.
Bei Lisa war die ganze Partie über nicht viel los, so dass sich dort ein logisches Remis ergab, während Fenja von ihrer Gegnerin in der Französisch-Abtauschvariante gequält wurde, bis die Verteidigung zusammenfiel. Das war sehr sauber gespielt, aus Trainersicht (also zumindest aus der gegnerischen) muss das ein Genuss gewesen sein.
Am Ende also eine knappe Niederlage, die uns allerdings nicht vor einem noch stärkeren Gegner schützte.

Runde 5 SV Mülheim Nord 0-4

Die Mülheimerinnen (verstärkt an Brett 1 durch die 5. der letzten DEM U18w) waren uns an allen Brettern DWZ-mäßig um Längen voraus. Dieses hielt Ann-Christin an Brett 1 allerdings nicht davon ab, ihre Gegnerin mit einer Variante der Holländischen Verteidigung an die Wand zu spielen. Leider habe ich die Notation dieser Partie nicht, weiß allerdings noch, dass ich absolut begeistert war, wie Ann-Christin diese Partie angelegt hatte. Aber dann kam sie, die Minute des Grauens.
So ungefähr dürfte mein Gesichtsausdruck in diesen Sekunden gewesen sein.
Schrecken
Zuerst stellte Ann-Christin einzügig einen Turm ein, Sekunden später Fenja eine Dame und als ob das noch nicht genug war, „fand“ Katrin in dieser Stellung
Rosenfeld-Dannert
den Zug 26. .. Sh4. 27. Dc3 schwupps, Dame weg. Nach 26. .. Dxg2 wäre alles im Lot gewesen.
Nachdem Lisa dann auch noch nach langem Kampf die Segel streichen musste, war die Stimmung natürlich nicht wirklich gut. Also, auf in den gegenüberliegenden Supermarkt zum Pizzaessen.
Erstaunlicherweise besserte sich die Stimmung in relativ kurzer Zeit. Ich hatte ja zuerst befürchtet, dass Hannah für alle vier hätte einspringen müssen, aber nachdem die Auslosung bekannt war, wollten doch wieder alle spielen. Hannah durfte dann aber trotzdem ran, Lisa durfte entspannen.

Runde 6 Caissa Kassel 3-1

Erstmalig trafen wir auf eine Mannschaft, die in der Setzliste hinter uns aufgeführt war (gab ja auch nur zwei) und es ging auch gleich gut los. Katrin war überraschend die Erste, die den vollen Punkt einfahren durfte. Ihre Gegnerin übersah (in allerdings eh schon sehr schlechter Stellung) ein einzügiges Matt, wenig später strich auch Hannah den vollen Punkt problemlos ein. Fenja hatte auch bereits früh in der Partie eine Figur gewonnen, da ihre Gegnerin in dieser Stellung 9.De2 zog.

Schneider-Edel

Nach 9. .. Sxc4 10.Dxc4 Tc8 ist eine Figur futsch. Das Spiel zog sich dann allerdings noch hin und in Anbetracht der schnellen 2-0 Führung wurde die Angelegenheit wohl nicht mit voller Konzentration angegangen. Na gut, es reichte dann letztendlich doch, so dass wir 3-0 führten. Ann-Christin lehnte mehrmals ein Remisgebot ihrer Gegnerin ab, überzog dann leider die Stellung und musste aufgeben.
Nun galt es natürlich besonders Ann-Christin wieder aufzubauen, was in Anbetracht der Auslosung zur nächsten Runde nicht ganz leicht war. Dort wartete mit dem Dortmunder SV noch einmal ein richtiger Brocken auf uns.

Runde 7 Dortmunder SV 2,5-1,5

Dortmund wurde natürlich an Brett 1 auch noch durch eine Gastspielerin verstärkt. Diese hatte in diesem Jahr bei der U16w-WM in Brasilien den 17. Platz belegt und als einzige Spielerin des Turnieres eine DWZ über 2000. Der Vorteil war allerdings, dass es doch recht umfangreiches Partiematerial über sie gab. So wählten wir ein recht selten gespieltes, aber nicht schlechtes Abspiel im Skandinavisch. Tatsächlich kamen auch die ersten neun Züge exakt aufs Brett und nach dem 10. Zug hatte Schwarz erstens komplett ausgeglichen und Weiß bereits sehr viel Bedenkzeit verbraucht. In der Schlussstellung (Zug 23)

Tran-Thole

hatte Ann-Christin bereits einen Bauern mehr und die Gegnerin nur noch 2 Minuten auf der Uhr. In Anbetracht der laufenden Partien, war das Remisgebot in der Stellung aber die absolut korrekte Entscheidung. In den drei anderen Partien standen wir nämlich im weitläufigen Sinne auf Gewinn. Fenja hatte ihre Gegnerin jederzeit im Griff und ließ vom ersten Zug an keinen Zweifel aufkommen, wer gewinnen würde. Nach 24 Zügen führten wir 1,5-0,5.
Lisa und Katrin hatten bereits im frühen Stadium jeweils eine Figur gewonnen. Lisa mit folgendem kleinen taktischen Trick (na gut, eigentlich gewinnt das nur eine Qualität)

Schlichter-Friese

15. Se5!
Bei Lisa lief die Verwertung dann zuerst ganz gut, sie ließ sich allerdings unnötigerweise in einen Gegenangriff drängen und verlor dabei die Übersicht und den König. 1,5-1,5.
Also hing alles an Katrin und die zeigte, dass ihre momentane DWZ tatsächlich nichts mit ihrer eigentlichen Spielstärke zu tun hat.

Finke-Dannert

Mit dem Zug Df4+ beendete Katrin den Mannschaftskampf nach gut 4,5 Stunden zu unseren Gunsten.



Danach war die Freude (und Erschöpfung) groß und auch wenn es nur noch trockenen Reis und ein wenig Gemüse zum Mittag gab, das war egal. Am Ende Platz 5 von 13 Mannschaften, gestartet von Ranglistenplatz 11. Eine super Leistung der Mädchen!

Vorläufige DWZ-Auswertung
Name DWZ alt Punkte We Lstg. Niveau DWZ neu
Thole,Ann-Christin 1503 - 27 1/6 1.369 1416 1779 1485 - 28
Edel,Fenja 1488 - 35 3/6 2.705 1531 1521 1506 - 36
Dannert,Katrin 1356 - 7 3.5/5 2.029 1642 1384 1463 - 8
Schlichter,Lisa 1287 - 17 2.5/5 1.530 1446 1447 1365 - 18
Möller,Hannah 1053 - 36 1.5/2 1.337 0 904 1072 - 37

Noch ein paar Impressionen:
Lisa_Ann-Christin
Fenja_Hannah
Katrin_Fenja
Gegen_Fritzdorf
Abschluss
Abschied
N. Thole - 4. Jan, 03:16

letzte Runde

wer hat denn nu in der letzten Runde gespielt? Hannah oder Lisa? Denn hier http://dvm-u20.de/index.php?option=com_clm&view=runde&saison=1&liga=2&runde=7&dg=1&Itemid=22 wird Hannah als Spielerin benannt...

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Klasse Leistung! Da haben die Mädels ja schon 7:5 Punkte...
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